Lesetipps

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Benjamin Myers - Offene See


England 1946. Die Sehnsucht nach dem Meer und die Enge seines Elternhauses veranlassen den jungen Robert dazu, sich zur Fuß zur Küste aufzumachen. Bevor er wie sein Vater und sein Großvater im Bergbau unter Tage arbeiten muss, möchte er nochmal die Tage in der Natur verbringen. Als er die unkonventionelle Dulcie kennenlernt, öffnet sich für ihn die Tür in ein ganz anderes Leben. Er lernt die Literatur zu lieben und merkt, daß es andere Werte gibt als Wohlanständigkeit und Pflichterfüllung.

Ein bewegend poetischer und empfindsamer Roman, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

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Holger Karsten Schmidt – Die Toten von Marnow


Ein Autor mit vielen Gesichtern. Holger Karsten Schmidt ist Gil Ribeiro und hat mit Leander Lost einen der sympathischsten Kommissare  der letzten Jahre erfunden. Nun also ein neues Ermittlerduo und ein komplett anderes Setting, aber voller Spannung. Lona Mendt und Frank Elling stehen vor einem ungewöhnlich brutalen Mord und finden Spuren, die sie nicht zu deuten wissen. Unter der Gluthitze eines Jahrhundertsommers ermitteln die beiden in Mecklenburg Vorpommern und kommen der Lösung gefährlich nahe.

Ein ungewöhnliches Duo mit privaten Untiefen, ein packender Fall mit einem fulminanten Ende – auch als Holger Karsten Schmidt kann er es!

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Brigitte Riebe - Die Schwestern vom Ku’damm Tage der Hoffnung


Wir sind im Jahr 1958 und nach Rieke und Sylvie ist nun Florentine an der Reihe. Die jüngste der Thalheim Schwestern war schon in den ersten beiden Bänden der Trilogie ein ganz eigener Kopf. Eine Karriere im Kaufhaus kommt für sie nicht in Frage, ihre ganze Liebe gehört der Kunst. Zurück in Berlin erkämpft sie sich einen Platz an der Akadamie der Bildenden Künste und lebt ihren Traum.

Aber wie immer bei Brigitte Riebe geht es in dem letzten Band nicht nur um Flori, sondern auch im die ganze Familie Thalheim mit all ihren Irrungen und Wirrungen. Das Ganze in einem Berlin der 60er Jahre zwischen Mauerfall und Kennedy Besuch – ein großer Lesespaß bis zur letzten Seite.

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Karsten Dusse - Das Kind in mir will achtsam morden


Der erste Krimi von Karsten Dusse war ein großer Überraschungserfolg und die perfekte Unterhaltung: Verblüffende Wendungen, ein irrer Plot, spannend, sehr witzig und eine durchdachte Anleitung zur Achtsamkeit eingearbeitet. So etwas gab es noch nie!
Und der zweite Band? Was soll da noch kommen?
Wir können nur raten: Schnell lesen und sich überraschen lassen! Björn Diemel macht genauso gut weiter wie im ersten Band. Herrlich!

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Elizabeth Strout - Die langen Abende


Olive Kittridge, die Protagonistin aus „Mit Blick aufs Meer“ ist zurück. Dieses Mal ist sie etwas älter geworden, ihr Mann ist gestorben, doch sie hat eine neue Beziehung mit Jack, dem emeritierten Harvard Professor. Auch er ist Witwer. Beide verstehen sich nicht so gut mit ihren Kindern und sind darüber traurig. In ihrer Kleinstadt an der Küste Maines ist nicht viel los, und doch enthalten die Geschichten der Autorin über die Menschen dort die halbe Welt in sich.

Erzählerin Elizabeth Strout fügt die Geschichten einfacher Menschen mit Humor und liebevoller Menschenkenntnis zu einem bewegenden Roman.

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Anna Katharina Hahn – Aus und davon


Wie schade, wir hatten für Juli eine Lesung mit Anna Katharina Hahn vereinbart und uns sehr darauf gefreut. Diesen Termin mussten wir situationsbedingt leider absagen, aber lesen kann man den neuen Roman der Stuttgarter Autorin natürlich trotzdem.

Cornelia hat genug und nimmt sich eine Auszeit vom Leben als alleinerziehende Mutter im Stuttgarter Osten. Ihre Mutter Elisabeth springt ein und kümmert sich um die beiden Enkel Stella und Bruno. Dass Elisabeth eigenes Leben nach dem Schlaganfall des Ehemanns aus den Fugen geraten ist, schiebt sie zunächst zur Seite.

Während Cornelia in New York relaxt, begleiten wir Elisabeth durch den Alltag und erleben den Alltag der beiden Kinder. Eine Familie, die sich hilft und in der trotzdem generationenübergreifend viel geschwiegen wird. Ein Abbild vieler Familien in unserer Zeit.

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Luca Ventura – Mitten im August


Zugegeben, es gibt schon ausreichend Krimis, die in Italien spielen. Aber der erste Capri Krimi rund um den Inselpolizisten Enrico Rizzi lohnt sich trotzdem zu lesen. Nicht nur, weil Capri einfach eine schöne Insel, das Essen natürlich eine große Rolle spielt und man immer wieder gerne übers Meer liest. Nein, es ist auch eine spannende Geschichte rund um einen Studenten der Ozeanologie die Luca Ventura erzählt. Und auch die Familie rund um den sympathischen Kommissar lohnt das Kennenlernen.

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Katya Apekina – Je tiefer das Wasser


Nach dem Selbstmordversuch der Mutter müssen Edie und Mae nach New York, zu Dennis Lomack. Er ist ihr unbekannter Vater und eine Schriftstellerikone. Für Edie bedeutet die neue Umgebung einen unverzeihlichen Verrat, für Mae die langersehnte Möglichkeit der Befreiung. So kommt es zu einem unvermeidlichen Bruch zwischen den beiden unterschiedlichen Schwestern.

Ein verrücktes Leben bleibt es für die Beiden allemal, befreit aus der Obhut einer labilen Fantastin zum weltberühmten Schriftstellervater, der die Familie einst verließ. Ein außergewöhnliches, unterhaltsames Buch mit lauter verrückten Charakteren. Ein großes Lesevergnügen.

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Kent Harouf - Kostbare Tage


Wieder ein Buch, das in der imaginären Kleinstadt Holt – irgendwo in den Weiten Amerikas – spielt. Sofort sind wir wieder in Geschichten, Schicksalen, Gesprächen. Jung und alt, reich und arm, gläubig oder skeptisch. Alle Menschen sind getrieben oder warten, wie der todkranke Dad, auf den Tod. Bei Harouf gibt es keine Schnörkel oder ausufernde Beschreibungen. Er schreibt klar, direkt, poetisch, mit einem Tiefgang, der berührt.


Viele traurige Geschichten in einem schönen Buch. Unbedingt lesen, den neuen Harouf!

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Tamara Ireland Stone – Mit anderen Worten: Ich


Sam hat es nicht leicht: Sie gilt als „leicht“ verrückt. Ihre Mutter und sie tun alles, um ihr ein Leben mit Freundinnen zu ermöglichen und ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Als sie entdeckt, dass sich Jugendliche in einem Kellerraum treffen um sich eigene Texte vorzulesen, erhält ihr Leben eine Wende. Sie hat auf einmal Freunde und entspannt sich, beginnt endlich mit ihrem Leben. Bis sie eine verstörende Entdeckung macht.

Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt. Erinnert an „Club der toten Dichter“.
Sehr emotional und bewegend. Großartig!

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Claire Winter – Kinder ihrer Zeit


Wer spannende und gut recherchierte Geschichten mag, ist hier genau richtig. Emma und Alice werden auf der Flucht 1945 getrennt. Während Emma mit ihrer Mutter in Berlin eine neue Heimat findet, wird ihre Zwillingschwester Alice von einem russischen Soldaten in ein Kinderheim in Brandenburg gebracht. Erst 1957 finden sie sich wieder und erleben Berlin auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs.

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Hubert Achleitner - Flüchtig


Hubert Achleitner ist uns eigentlich bekannt als Hubert von Goisern, Schlagersänger und Entertainer. In diesem Roman zeigt sich, dass er auch ein großer Autor ist.

Maria und Herwig sind seit 30 Jahren verheiratet, als Maria plötzlich aufbricht mit dem Auto, ohne ihrem Mann ein Wort zu sagen. Sie erlebt eine nie gekannte Freiheit, während Herwig zu Hause auf sie wartet. Auch er tröstet sich anderweitig, doch trotzdem vermisst er seine Frau. Ein wunderschöner Roman über Liebe und Sehnsucht, das Schicksal und das flüchtige Glück.

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Zora del Buono – Die Marschallin


Ein großartiger Familienroman über eine starke Frau

Sie verdient diese Bezeichnung zu Recht, die Protagonistin dieses Buches und Großmutter der Autorin mit dem gleichen Namen. Die Lebensgeschichte der Slowenin Zora, die in den 20er Jahren in Italien lebt zusammen mit ihrem Mann, einem bekannten italienischen Radiologen. Sie leben luxuriös, sind aber dennoch überzeugte Kommunisten. Sie bekämpfen Mussolini und unterstützen Tito. Doch in den Wirren der Nachkriegszeit sorgt Zoras Verstrickung in ein Verbrechen dafür, dass ihr Leben ins Wanken gerät – mit Folgen bis heute.

Ein wirklich beeindruckendes Lesevergnügen.

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Marco Balzano - Ich bleibe hier


Jeder kennt den Anblick des Kirchturms, der oben auf dem Reschenpass aus dem See ragt. Aber wer kennt die Geschichte dahinter?

Marco Balzano erzählt uns die Geschichte des Dorfs, das durch den Staudammbau geflutet wurde und seiner Bewohner. Anhand von Trina erfahren wir viel über das idyllische Bergdorf in Südtirol, das hin und hergerissen wird zwischen Italien und Deutschland. Trina will Deutschlehrerin werden und als sich für sie und ihre Freundinnen dieser Wunsch erfüllt, wird Deutch verboten. Heimlich unterrichtet sie die Kinder und bringt sich in Gefahr. Und auch gegen den Energiekonzern, der Felder und Häuser überfluten will stemmt Trina sich mit aller Gewalt.

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Andreas Schäfer – Das Gartenzimmer


Auch Häuser haben eine Seele und dieses Haus eine ganz besondere. 1909 lässt sich Professor Rosen von dem jungen Architekten Taubert eine Villa am Stadtrand von Berlin bauen, die nicht nur für ihn und seine Familie ein Zuhause wird. Immer wieder kommen Besucher ins Haus und für Taubert ist dieses Haus ein erstes Meisterwerk zum Vorzeigen.

Als Hanna und Frieder dieses Haus in den neunziger Jahren entdecken und kaufen, ist viel Zeit vergangen und das Haus trägt seine Wunden. Doch immer noch geht eine ganz besondere Wirkung von ihm aus, derer sie sich nicht entziehen können.

Ein kluges, ruhiges Buch, das seinen ganz besonderen Reiz daraus zieht, dass dieses Haus heute noch als eines der ersten Projekte von Mies van der Rohe in Berlin zu besuchen ist.

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Gil Ribeiro – Schwarzer August


Lost in Fuseta, eigentlich ist damit schon (fast) alles gesagt. Zum vierten Mal nimmt uns der Autor mit nach Portugal. Mittlerweile leben Leander und Soraia in der Villa Elias zusammen und der Deutsche erlebt seine erste Liebe. Doch natürlich schläft das Verbrechen nicht und Lost muss mit seinen Kollegen mehreren Explosionen auf den Grund gehen.

Auch im vierten Band verliert diese Geschichte nicht an Reiz.

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Jean-Luc Bannalec - Bretonische Spezialitäten


Selbst der neunte Band der Serie fällt nicht ab, weder hinsichtlich der Geschichte, noch in puncto Spannung oder Lokalkolorit.
Auch hier befällt einen beim Lesen eine Sehnsucht nach dem Meer und intensives Fernweh, man will nur Tage vertrödeln in der Bretagne, gut essen und trinken, die Stimmung genießen. Wieder wie gehabt!

Auch diese Geschichte hat es in sich, man rätselt bis zum Ende, was hinter der Mordserie steckt, die vor den Augen eines Ermittler-Teams geschieht. Wie skrupellos kann eine Frau sein, wenn es um ihre Lebenswerk geht?


Lesenswert – eine kleine Alternative zum Frankreich-Urlaub.
 

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Joachim B. Schmidt - Kalmann


Spannung am Ende der Welt

Es gibt Romanhelden, die einem so nahe sind, dass man sie am liebsten adoptieren will. Kalmann ist so einer, den man gerne beschützen will, den man liebt.

Obwohl er ja der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfn ist und er dafür sorgt, dass alles in Ordnung ist. Doch diese Ordnung wird auf einmal gestört und einer der Dorfbewohner, noch dazu ein wichtiger, wird vermisst. Und was hat es mit dieser großen Blutlache auf sich?
Die Polizistin und alle anderen tappen im Dunkel. Leider ist Kalmanns Großvater schon so dement, dass man ihn nicht mehr fragen kann. Kalmann weiß zu m Glück, was sein Großvater sagen würde. Überhaupt ist dieser Kalmann einer, der die Menschen versteht – ohne große Worte oder Getue.
Und was würden sie alle ohne ihn machen, wer würde dann den besten Gammelhai machen. Eine Kunst, auf die er sich versteht. Eigentlich fehlt ihm nur eine Frau…
Ein wunderbarer Held, eine spannende Geschichte, in die er gerät und ein absolut verblüffendes Ende. Großartig und besonders!

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Charlotte Wood – Ein Wochenende


Ein Wochenende, das es in sich hat

Wer kennt es nicht, das leichte Zetern und Händeln unter alten Freundinnen?  Die eine maßregelt, die andere ist genervt, über die nächste wird der Kopf geschüttelt. Für ein Wochenende treffen sich drei Freundinnen, drei Frauen um die siebzig, um das Ferienhaus der verstorbenen Freundin auszumisten. Keine ist glücklich und will doch so gerne diese Fassade aufrechterhalten, alle drei überspielen ihr Unglück, verleugnen die Lebenslügen. So geraten sie aneinander, sind genervt voneinander, bis etwas passiert, mit dem keine gerechnet hat.
Ein wunderbarer Roman über das Leben, die Vergangenheit und die große Frage, an was man sich halten kann. Ist es doch die Freundschaft. Man legt dieses Buch nicht mehr aus der Hand  und würde sich über einen zweiten Teil sehr freuen.

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Fabio Geda - Ein Sonntag mit Elena


Kurzurlaub in Italien

Ein Buch wie ein Kurzurlaub in Italien. Vielleicht, weil ein Mittagessen eine große Rolle spielt, das die Tochter kurzfristig abgesagt hatte. Dabei sehnt sich der ältere Herr so sehr nach Stimmen in seiner Wohnung, die nach dem Tod seiner Frau vor einem halben Jahr so still und traurig ist. Er lädt eine Frau mit ihrem Sohn zu sich nach Hause ein, ohne groß zu überlegen.
Seine Tochter, mit der er sich nie sehr gut verstanden hat, erzählt uns diese schöne Geschichte eines Nachmittags und gleichzeitig die Geschichte ihrer Familie, die Liebe ihrer Eltern.

Ein ruhiges, poetisches Buch

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Elena Ferrante - Das lügenhafte Leben der Erwachsenen


Erwachsenwerden in Neapel

Wir haben schon viele Bücher über das Erwachsenwerden gelesen und über die Schwierigkeiten und Schmerzen dieses Wachstumsprozesses. Dieses Buch ist etwas Besonderes. Gianni entdeckt die Heucheleien, den Betrug und die Lügen der Erwachsenen in ihrem Umfeld, dabei spielt es keine Rolle, ob es um die Eltern geht, die so fein und kultiviert tun oder die vom Vater verhasste Schwester, die laut und grob ist. Alle haben keinen guten Charakter und Gianni versucht nun, ebenfalls „schlecht und hässlich“ zu werden. Gar nicht so leicht, dieses Unterfangen.
Wir leiden mit ihr, verfolgen atemlos diese Geschichte einer jungen Frau, die sich an ihre Pubertät erinnert. Wir spüren ihre Erleichterung, als sie Distanz zu den Erwachsenen ihrer Kindheit gewinnt und Wege in das eigene Leben findet.

Spannend, emotional, literarisch und italienisch!

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David Grossman – Was Nina wusste


Drei eigenwillige Frauen stehen im Mittelpunkt des neuen Romans von David Grossman. Vera, 90 Jahre alt, ihre Tochter Nina und die Enkelin Gili, Ninas Tochter, 39 Jahre alt. Gili ist Skriptgirl und Filmemacherin und beschließt am 90. Geburtstag ihrer Großmutter Vera, einen Film über die Zeit zu drehen, in der ihre Großmutter unter dem Regime Titos für längere Zeit auf die kroatische Gefängnisinsel Goli Otok verbannt wurde.

Die drei brechen auf zu einer Reise in die Vergangenheit, bei der Nina erfährt, warum ihre Mutter sie mit 7 Jahren zu Onkel und Tante gegeben hat. Die Abwesenheit der Mutter hat ihr ganzes Leben beeinflusst, und als sie die Wahrheit erfährt, ist es ein harter Schlag für sie.

Ein sehr ergreifender Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht.

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Michaela Carter – Die Surrealistin


Die packende Lebensgeschichte von Eleonora Carrington, einer bedeutenden Vertreterin des Surrealismus. 1937 lernt die junge Engländerin den berühmten Maler Max Ernst kennen und lieben. Er ist verheiratet, doch trotzdem beginnt er mit ihr eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Er führt Eleonora in die Pariser Kunstszene um Salvador Dali und Pablo Picasso ein, und die Künstler verleben eine wunderbare Zeit.  Irgendwann zieht das Paar nach Südfrankreich, wo sich beide der Malerei verschreiben, und beide die wahrscheinlich kreativste Phase in ihrem Leben haben.

Doch der Krieg macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Max Ernst wird verhaftet, Eleonora flieht nach Lissabon und hofft, von dort aus eine Schiffspassage nach Amerika zu bekommen.

Was für eine Zeit, die beiden da erleben müssen.

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Lily Brett – Alt sind nur die anderen


Endlich ist wieder ein neues Buch von Lily Brett erschienen: Kolumnen über ihr Leben in New York, nun als ältere Dame, die sich aber meist jung fühlt. Manchmal allerdings schlagen die Alterszipperlein schon zu.

Wieder nachdenklich, charmant, liebenswert, aufgeregt und vor allem lustig. Mit ihrem trocknen Humor sieht sie Welt und die Menschen um sich herum auf eine so besondere Art und Weise. Ich liebe sie.

Und zu meiner großen Begeisterung ist in der FAZ ein Artikel von ihr erschienen über das Neue Leben in Amerika.  Absolut lesenswert, jede Zeile von Lily Brett.

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Christian Berkel – Ada


Nachdem Christian Berkel in seinem ersten Buch „Apfelbaum“ über seine Eltern geschrieben hat, widmet er sich in seinem zweiten Buch einer jungen Frau namens Ada, die 1945 geboren ist. In der noch jungen Bundesrepublik ist die dunkle Vergangenheit ein Buch, aus dem die Erwachsenen offensichtlich ein entscheidendes Kapitel herausgerissen haben. Ihren Vater lernt sie erst kennen als er traumatisiert aus dem Krieg zurückkehrt.

Ihre Kindheit ist begleitet von Strenge und Trauer, doch irgendwann schafft Ada es, aus diesem Milieu auszubrechen. Sie studiert in Frankfurt und stürzt sich ins pralle Leben. Sie wird ungewollt schwanger, nimmt an den Studentenunruhen teil. Leider auch sehr naiv stürzt sie sich von einem Abenteuer ins nächste.

Sehr mitreißend und spannend erzählt.

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Christian Meyer-Landrut - deserta


Ich rufe dich bei deinem Namen lautet der Untertitel dieser beeindruckenden Spurensuche.

Mit 17 wird Adi eingezogen und kommt an die Ostfront. Viel hat der Vater dem Sohn nicht erzählt von dieser Zeit und so ist es an ihm 75 Jahre nach Kriegsende dem Vater nachzuspüren. In Gesprächen mit den noch lebenden Geschwistern, aus Biographien und Zeitungsartikeln entsteht ein Bild, wie es gewesen sein kann –das Leben des Vaters.

Ergänzt mit Illustrationen entsteht ein erzählerischer Sog, dem man sich schwer entziehen kann.

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Nick Hornby – Just Like You


Es ist das Jahr 2016. Lucy, 42, Mutter zweier Jungs, Lehrerin, weißer Hautfarbe und frisch geschieden, verliebt sich ausgerechnet in Joseph, 22, Aushilfsmetzger, Fußballtrainer und schwarz. Es heißt ja so schön „Gegensätze ziehen sich an“, doch die Frage ist nur wie lange.

In dem kleinen englischen Vorort von London wird natürlich gelästert und getratscht, und da ist es schon schwierig, standhaft zu bleiben. Auch die intellektuellen Gegensätze machen es schwierig, und wir fragen uns, ob es den beiden gelingen wird, ihre Beziehung aufrecht zu erhalten.

Ein schöner, einfühlsamer Liebesroman.

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Charlotte McConaghy – Zugvögel


Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Tiere beginnen zu verschwinden beschließt sie, auf einem Fischerboot an der Küste Grönlands anzuheuern und dem Zug der Vögel zu folgen. Das ist  die vordergründige Geschichte.

Während dieser abenteuerlichen Schiffsreise durch die Ozeane merken wir schnell, dass Franny eigentlich vor ihrer traurigen Lebensgeschichte flüchtet, und auch der raubeinige Kapitän Malone und seine exzentrische Crew haben so einiges zu verbergen. Das Besondere an dem Buch sind die Lebensgeschichten der Protagonisten, die einen berühren und unter die Haut gehen. Dieses anrührende Buch hat es auf die Shortlist der Unabhängigen Buchhandlungen geschafft.

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Elke Heidenreich – Männer in Kamelhaarmänteln


Elke Heidenreich, die große Meisterin des Erzählens, beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit „Kleidern“, sozusagen nach dem Motto „Kleider machen Leute“. Sie erzählt von ihrem eigenen Leben und welche Kleidungsstücke darin eine Rolle gespielt haben oder welche sie mit einem besonderen Ereignis verbindet, aber auch von anderen Menschen und ihren lustigen Erlebnissen mit Kleidungsstücken.

Elke Heidenreich sagt: „Was man anzieht, ist sicher die schönste Nebensache der Welt, aber auch verrät es die Wahrheit über Mann und Frau.“ Lesen Sie selbst.

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Hakan Nesser – Barbarotti und der schwermütige Busfahrer


Endlich mal wieder einer neuer Barbarotti. Gegen ihn und seine Kollegin Eva Backman, mit der er inzwischen eine Liebesbeziehung hat, wird intern ermittelt. So ziehen sich die beiden für eine Zeit lang auf die Insel Gotland zurück, um Abstand zu gewinnen.

Hier begegnet ihnen ein Mann, den sie eigentlich totgeglaubt haben, und schon sind sie mittendrin in einem alten Kriminalfall. Sehr spannend.

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Thomas Mullen – Die Stadt am Ende der Welt


Dieses Buch ist schon 2006 herausgekommen, wurde jetzt im Zuge der Pandemie noch einmal aufgelegt.

Wir befinden uns 1918 in einer kleinen Holzfällerstadt in den Wäldern des Staates Washington. Der erste Weltkrieg neigt sich gerade seinem Ende zu als die Spanische Grippe ausbricht. Zügig werden Warnschilder ausgehängt und an der einzigen Zugangsstraße Warnschilder aufgestellt.

Als ein Soldat um Eintritt und Hilfe bittet, wird er von einem Wachtposten erschossen, und jetzt spicht sich die Lage in dem kleinen Örtchen zu. Angst, Mißtrauen und Wut beherrschen die Mensch, und jeder kleine Haushalt hat trotz der Maßnahmen mit einem Ausbruch der Grippe zu kämpfen.

Werden die Bewohner das in den Griff bekommen? Sehr spannend und brandaktuell.

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Christoph Nußbaumeder – Die Unverhofften


Im Spätsommer 1900 im Bayerischen Wald nimmt dieses große Familienepos seinen Lauf, als die junge Arbeiterin Maria die Glasfabrik anzündet, die den Menschen in einem kleinen bayerischen Ort Arbeit gibt. Sie nimmt Rache für eine ungesühnte Vergewaltigung.

Hier setzt die Geschichte ein, Georg Schatzschneider, der uneheliche Sohn dieser Magd, der aus der Vergewaltigung entstanden ist, arbeitet sich hinauf bis zum Lenker eines Großkonzerns, doch die Geschichte der Familie, die aus einer Notlüge entstanden ist, begleitet Generation für Generation.

Das ist eine packende und berührende Familiensaga über 4 Generationen, die einen großartigen Einblick in ein ganzes Stück deutscher Geschichte von 1900 bis in die Zeit nach dem 1. Und 2. Weltkrieg gibt.

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Yvonne Adhiambo Owuor – Das Meer der Libellen


Yvonne Adhiambo Owuor – Das Meer der Libellen

Die junge Ayaana lebt mit ihrer Mutter auf einer kleinen Insel vor der Küste Kenias. Fischer, Händler, Propheten und Träumer bevölkern ihre Heimat, und immer wieder treibt es auch Fremde nach Pate, unter denen Ayaana immer wieder nach ihrem Vater sucht, den sie nie kennengelernt hat.

Als der Matrose Muhidin auf die Insel kommt, meint sie ihn gefunden zu haben. Die beiden freunden sich an, und er bringt ihr alles bei, was sie für das Leben wissen muss. Als sie dann beschließt, in China zu studieren, trifft sie auf eine ganz andere Kultur und muss sich in dieser fremdartigen Welt erstmal zurechtfinden.

Ein sehr schöner Abenteuerroman, ein Lobgesang der kulturellen Vielfalt.

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Anne Weber – Annette, ein Heldinnen-Epos


Der Deutsche Buchpreis 2020 ging an Anne Weber für ein Buch, das in einer ungewöhnlichen Form daherkommt.

In der Tradition der großen Heldenepen schreibt Weber über das Leben von Anne Beaumanoir, die in Frankreich während der Besatzung durch die Deutschen auf Seiten der Resistance kämpft. Als junge Frau lehnt sie sich gegen die Besatzer auf und wird nach Kriegsende als Heldin verehrt.

Nach einer Ausbildung zur Ärztin beginnt sie ein bürgerliches Leben, das sie für den Kampf um ein freies Algerien aufgibt. Es sind dieselben Gerechtigkeitsgefühle, die sie treiben und doch wird sie dieses Mal als Terroristin verurteilt.

Ein großes Buch über eine große Dame

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Hans Rosenfeldt – Wolfssommer


Hans Rosenfeldt ist uns bis jetzt bekannt aus dem Krimi Duo Hjorth & Rosenfeldt um Sebastian Bergman. In Schweden ist Hans Rosenfeldt ein berühmter Radio- und Fernsehmoderator.

Nun hat er eine neue Thrillerreihe um die Polizistin Hannah Wester angefangen. In der schwedischen Stadt Haparanda, nahe der finnischen Grenze, findet man eine tote Wölfin mit menschlichen Überresten im Magen. Die Spur führt die Ermittler zu einem Drogendeal, der in Nordfinnland blutig endete. Doch wie und warum ist der Tote in den schwedischen Wäldern gelandet? Keine Spur von den Drogen und vom Geld.

Das fragt sich auch Profi-Killerin Katja, die den Auftrag hat, beides zurückzubringen. Eine spannende Jagd mit einem völlig unerwarteten Ausgang  beginnt. Sehr packend, die richtige Lektüre für einen gemütlichen Winterabend.

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Wiebke von Carolsfeld – Das Haus in der Claremont Street


Wie überlebt man das Undenkbare? Der kleine Tom weigert sich zu sprechen, nachdem seine Eltern auf brutale Weise sterben. Seine unfreiwillig kinderlose Tante Sonya nimmt ihn auf, kommt aber nicht an den traumatisierten Jungen heran.

So muss Tom nochmal umziehen zur anderen Schwester seiner verstorbenen Mutter, in die Claremont Street, zur chaotischen Tante Rose und ihrem Weltenbummler Mann Willi. Die beiden Schwestern waren immer zerstritten, doch in dem verzweifelten Versuch, Tom das bestmögliche Zuhause zu geben, findet die übrig gebliebene, traumatisierte Familie wieder zusammen.

Ein wunderschöner Roman darüber, wie mit viel Humor und Liebe selbst aus den schlimmstmöglichen Umständen etwas Positives erwachsen kann.

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Andrea Petkovic – Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht


Manche Menschen können einfach alles:

Andrea Petkovic war eine erfolgreiche Tennisspielerin unter den TOP 100 und moderiert heute die Sportreportage im ZDF. Und jetzt ist Petkovic auch noch Schriftstellerin von Erzählungen, die einem die Füße wegziehen.

Frisch und unverblümt schreibt sie über ihre Karriere und die vielen Menschen um sie herum und es entsteht eine ganz eigene Welt.