Lesetipps

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Stewart O´Nan – Ocean State


Der Roman spielt in Westerly, einer Arbeiterstadt in Rhode Island, dem kleinsten Bundesstaat der USA. Die Highschool Schülerin Birdy wurde umgebracht – sie hatte sich in den falschen Mann verliebt. Zwei Mädchen derselben Schule buhlen um die Gunst von Myles, Sohn wohlhabender Mittelschichteltern, mit Ferienhaus am Strand. Die beiden Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen sehen darin eine Chance, ihrem tristen Alltag zu entfliehen. Myles nutzt das aus, doch als seine Doppelbeziehung herauskommt, geschieht das Unvermeidliche. Es kommt zum Eklat.

So gut nachvollziehbar aus Sicht der beiden Mädchen. Eine kleine aber feinfühlige und dramatische Geschichte.

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Jessica Durlacher – Die Stimme


Wenige Augenblicke bevor in Manhattan zwei Flugzeuge kurz hintereinander in die Twin Towers rasen werden Zelda und ihr Mann von einem jüdischen Rabbi in Anwesenheit ihrer drei Kinder getraut. Diese Ereignisse sind traumatisch für die ganze Familie und schüren bei allen die Angst vor unbekannten Menschen. Dennoch überwiegt die Gutherzigkeit, und Zelda engagiert eine junge Somalierin als Nanny für ihre Kinder. Als diese jedoch in einer Singshow im Fernsehen teilnimmt und hier ihren Schleier abwirft, um für ihre Rechte zu demonstrieren, geraten Zelda und ihre Familie ins Kreuzfeuer eines unlösbaren Konfliktes.

Ein sehr spannender Roman zu einem sehr aktuellen Thema- Eine irre Geschichte.

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Donna Leon – Milde Gaben


Auch in Venedig legt die Pandemie alles lahm. Brunetti schleppt sich in die Questura und schiebt dort die Akten von rechts nach links. Ohne Touristen ist die Stadt zwar wunderbar menschenleer und eigentlich wunderschön, aber eben auch merkwürdig ruhig und ganz ungewohnt ohne Verbrechen(r)? Da kommt es Brunetti ganz gelegen, dass eine Freundin aus Kindertagen bei ihm Hilfe sucht und ihn bittet, diskret ihren Schwiegersohn zu überprüfen.

Was als Routineermittlung beginnt, endet im Sumpf einer Stiftung, die mit ihren Spenden ganz andere Dinge unterstützt, als der Stiftungszweck vorgibt.

Und wir treffen alle wieder, die uns in den langen Jahren mit dem Commissario ans Herz gewachsen sind. Ich hatte auf jeden Fall einen großen Spaß beim Lesen.

Ein Krimitipp von Beate Hiller

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Martin Walker – Tete-a-Tete


Der sympathische Bruno wird einfach nicht älter und das obwohl jedes Jahr im Sommer ein neues Buch bei uns ankommt 😊

Es geht also wieder ins schöne Perigord und zurück in die Anfänge von Brunos Zeit in Saint- Denis. Jahrelang hing an der Türe von Brunos Chef das Foto eines Schädels. Die dazugehörige Leiche konnte nie identifiziert werden. Doch die neue Technik der Rekonstruktion kann helfen und Stück für Stück wird aus dem Puzzle ein Bild.

Wie immer wird viel gegessen und lecker getrunken und auch alle Freunde Brunos sind mit von der Partie.

„Ein Sommerkrimi voller Atmosphäre, der mich wieder in Urlaubsstimmung versetzt hat“ meint Beate Hiller

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Mariana Leky – Kummer aller Art


So lange habe ich auf das neue Buch von Mariana Leky gewartet und es hat sich gelohnt.

In 39 kurzen Kolumnen breitet sich ein ganzer Kosmos von Figuren vor mir aus – das habe ich schon in ‚Was man von hier aus sehen kann‘ geliebt. Man sieht alle vor sich, Herr Pohl mit seinem Zwergpinscher Lori, Onkel Ulrich und die Nachbarin Frau Wiese und alle wachsen einem sofort ans Herz.

Mit unvergleichlichem Witz und Empathie hilft Mariana Leky wirklich bei Kummer aller Art findet Beate Hiller.

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Martin Kordic – Jahre mit Martha


Die Geschichte beginnt in den späten Neunzigerjahren in Heidelberg. Zeljko, Sohn von Auswanderern aus Bosnien-Herzegowina, der von allen Jimmy genannt wird und mit seinen Eltern und Geschwistern zu fünft in einer Zweizimmerwohnung in Ludwigshafen lebt, kommt als Hilfsarbeiter in das Haus der reichen alleinstehenden Professorin Martha. Mit seinen erst fünfzehn Jahren verliebt er sich unsterblich in Martha, die ihm durch Theaterbesuche oder dem Lesen von Büchern das kulturelle Leben näher bringt. Das geht so weit, dass er mit Hilfe eines Stipendiums zu studieren anfängt. Er zieht nach München, doch Martha begegnet ihm immer wieder. Aber so richtig findet er sich in der intellektuellen Welt doch nicht zurecht.

Eine schöne Geschichte über einen Einwanderersohn. Gelesen von Beate Hiller

 

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Norbert Scheuer – Mutabor


Norbert Scheuer war mit seinem Bestseller Winterbienen für den Deutschen Buchpreis nominiert. Sein neues Buch spielt auch wieder in Urft/Kreis Kall, ein Ort in Westfalen, in dem Scheuer lebt. Die Bienen spielen eine Rolle in seinen Büchern, auch die Protagonistin des neuen Buches hat ein Muttermal in Form einer Biene. Sie heißt Nina Plisson, ein etwas zurückgebliebenes Mädchen mit epileptischen Anfällen, die gar nicht so richtig weiß, was aus ihrer Mutter geworden ist und wer ihr Vater war. Sie lebt bei ihren Großeltern und später unter der Vormundschaft einer Betreuerin, die nicht gerade gut mit ihr umgeht. So wie überhaupt das Leben nicht gut ist zu dieser jungen Frau, die sich aber beträchtlich entwickelt im Laufe unseres Romans.

Das Buch ist voller Poesie und Metaphern, man muss genau aufpassen beim Lesen kann aber nicht damit aufhören.

Gelesen von Christine Riehle

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Andreas Storm – Das Neunte Gemälde


Bonn im Frühling 1916. Ein gewisser Gilles Dupret drängt Lennard Lomberg, seinerseits Kunstexperte, die Rückgabe eines kubistischen Gemäldes zu organisieren, das sich unrechtmäßig im Besitz einer französischen Stiftung befinden soll. Lomberg ist skeptisch, willigt aber ein, sich mit Dupret zu treffen. Doch bevor es dazu kommt, wird dieser tot aufgefunden. Vom Gemälde fehlt jede Spur. Kurz darauf steht das BKA vor Lombergs Tür. Er beginnt zu recherchieren, was es sich mit dem Gemälde auf sich hat, und stößt auf eine spannende Geschichte aus der Nazizeit, in die sein eigener Vater verwickelt war.

Man muss sehr aufpassen beim Lesen dieser spannenden Geschichte, doch einmal eingetaucht, kommt man nicht mehr davon weg findet Beate Hiller

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Isabel Allende - Violeta


Isabel Allendes Geschichten spielen meistens in Südamerika, in Chile, dem Land aus dem die Autorin stammt. So auch die bunte Lebensgeschichte von Violeta, 1920 geboren, jüngste Schwester von fünf Brüdern. Eigentlich lebt sie in einer wohlhabenden Familie, doch als die Weltwirtschaftskrise zum Ruin des väterlichen Unternehmens führt, müssen sie aufs Land ziehen und bei Verwandten unterkommen. Hier erfährt Violeta was es heißt hart zu arbeiten. Doch die Verehrer bleiben nicht aus, und so fällt Violeta von einer Romanze in die nächste. Ein sehr bewegtes und spannendes Leben, von dem Violeta in einem Brief an ihren Enkel erzählt.

Großes Kino findet Christine Riehle

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Alexa Hennig von Lange – Die karierten Mädchen


Die Autorin hat hier eine Trilogie vorgesehen, die die Lebensgeschichte ihrer eigenen Großmutter erzählen soll, Diese hat ihre Schilderungen auf 130 Tonkassetten aufgenommen, sozusagen als Vermächtnis. Es beginnt Anfang der Dreißigerjahre als die junge Klara die Leitung eines Kinderheims übernimmt. Die wirtschaftliche Lage des Heims ist schlecht, deshalb sieht sich Klara entgegen ihren Überzeugungen gezwungen mit den Nationalsozialisten zu kooperieren. Bald wird das Heim zum Aushängeschild der Nazis; die braven Mädchen, die immer karierte Kleider tragen, verkörpern das Idealbild der guten deutschen Frau. Als Klara ein behindertes Waisenmädchen bei sich aufnimmt, spitzt sich die Lage zu.

Eine sehr schöne Erzählung findet Christine Riehle.

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Dörte Hansen – Zur See


Lange haben wir gewartet auf den neuen Roman der Autorin von „Altes Land“ und Mittagsstunde“. Dieses Mal verschlägt es uns auf eine Nordseeinsel. Sehr rau das Klima und rau die Menschen, die dort leben. Unsere Hauptakteure sind aus der Familie Hansen. Die Mutter Hanne hat die drei Kinder großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben um alleine auf einer Vogelinsel zu leben. Der älteste Sohn hat sein Kapitänspatent verloren, weil er zu viel Alkohol trinkt, die Tochter Eske pflegt Senioren und ist ansonsten ein „schräger Vogel“, der jüngste Sohn Henrik ist ein Außenseiter, er sammelt alles was er am Strand findet und macht daraus „Kunst“. Gemütlich schlendern wir durch diesen Roman und erleben so manches Abenteuer mit diesen ausgefallenen Charakteren.

Wer sich darauf einlassen mag, wird viel Freude damit haben findet Christine Riehle


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Hanns-Josef Ortheil – Charaktere in meiner Nähe


 

Inspiriert durch Theophrast, dem antiken Meister der Porträtkunst, unternimmt Hanns-Josef Ortheil eine kurzweilige Reise an die Quelle des Erzählens: die Kunst der genauen Beobachtung und Wahrnehmung. Eine Kunst, die Herr Ortheil perfekt beherrscht, was er in seinen anderen Büchern auch schon bewiesen hat. Hier finden sie alle möglichen Charaktere, von denen sie bestimmt auch einige kennen, zum Beispiel den Enthusiasten, der sich in einen Rausch schwärmt, die notorische Aber-Sagerin, die Zweifel an allem hat aber auch den Besserwisser, der auf alles die passende Antwort hat.

Ein Büchlein zum Schmunzeln und Nachdenken, das im Übrigen auch wunderschön illustriert ist findet Beate Hiller. Das sollte bei jedem auf dem Büchertisch liegen.

 

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Oliver Bottini – Einmal noch sterben


Nach den Anschlägen auf die Twin Towers in New York bereiten sich die USA und ihre Verbündeten darauf vor, in den Irak einzumarschieren. Nach Aussagen eines geheimen Informanten genannt „Curveball“ habe Sadam Hussein chemische Massenvernichtungswaffen. Nun taucht eine irakische Dissidentin auf, die das Gegenteil behauptet und auch dass sie Beweise für ihre Gegenthese hat. BND Agent Frank Jaromin, der eigentlich seine Eheprobleme klären wollte, wird in den Irak geschickt, um die Übergabe der Dokumente zu überwachen.

Hier wird er in eine Falle gelockt und zum Täter abgestempelt. Opfer einer Intrige? Er setzt alles dran, den Sachverhalt zu klären. Ein sehr spannender Agententhriller, der sich liest wie ein spannender Film findet Christine Riehle

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Karen Duve – Sisi


Wenn man an die Kaiserin Sisi denkt, hat man immer die Filme mit Romy Schneider vor Augen. Doch in diesem Buch zeichnet Karen Duve ein ganz anderes Bild von der Kaiserin. Nach 20 Jahren Ehe ist sie immer noch schön, macht aber was sie will. Statt an offiziellen Staatsanlässen teilzunehmen, nimmt sie lieber an waghalsigen Reitjagden teil und sorgt durch ihre Freundschaft zu einem englischen Captain für Gerüchte. Sie holt sich ihre Nichte in ihren Hofstaat, die ihr oft genug als Alibi dienen muss.

Sehr lustig und amüsant zu lesen findet Beate Hiller

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Ian McEwan – Lektionen


Endlich ein neuer Roman eines meiner Lieblingsautoren. Es ist die Lebensgeschichte eines Mannes namens Roland Baines, dessen Erfahrungen geprägt sind von einer frühen sexuellen Erfahrung mit seiner Klavierlehrerin. Er kommt mit 11 Jahren auf ein Internat in England, weil sein Vater in Afrika als Soldat stationiert ist und ihm dort nicht die adäquate Schulbildung zukommen lassen kann. Diese Lehrerin ist besessen von ihm, verführt ihn und will ihn sogar heiraten, als er gerade erst 15 ist. Er kann sich lösen, doch fortan stolpert er ziellos durchs Leben, bricht alle Ausbildungen ab und verdingt sich als Barpianist. Seine Frau lässt ihn mit dem gemeinsamen Baby allein, und so „hangelt“ er sich durchs Leben.

Großartig und meisterhaft erzählt findet Christine Riehle

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Jennifer Ryan – Die Köchinnen von Fenley


Grossbritannien 1942: die Bewohner des kleinen Dörfchens Fenley leiden unter den Folgen der unterbrochenen Lebensmittelversorgung. Um die Hausfrauen bei Laune zu halten, veranstaltet die BBC einen Kochwettbewerb mit dem Hauptpreis, dass die Gewinnerin Co-Moderatorin einer Kochsendung werden darf. 4 Frauen bewerben sich, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch am Schluss Freundinnen werden. Dazwischen passiert aber so allerhand und wir lernen, wie wir mit wenig oder sehr einfachen Zutaten ein tolles Gericht zaubern können. Einige Rezepte sind in dem Buch aufgeführt. Wenn es mal wieder eine Not gibt, sind sie auf jeden Fall gerüstet.

Unbedingt lesen meint Beate Hiller

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Takis Würger – Unschuld


Molly Carver war noch ein kleines Kind als ihre Mutter verschwand und ihr Vater ins Gefängnis musste. Sie lebt bei ihrem Onkel, und schlägt sich so durch. Sie glaubt an die Unschuld ihres Vaters, der als Hausmeister bei einer amerikanischen Wohlstandfamilie gearbeitet hat. Als der 9jährige Sohn durch einen Schuss ums Leben kam, hat Mollys Vater sofort gestanden. Als er nun hingerichtet werden soll, schleicht sich Molly als Hausmädchen in die Familie ein, um herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist. Doch sie ist umhüllt von düsterem Schweigen.

Sehr spannend findet Christine Riehle

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Melanie Raabe – Die Kunst des Verschwindens


Die junge Fotografin Nico begegnet zwischen den Jahren scheinbar zufällig in Berlin der berühmten Schauspielerin Ellen Kirsch auf den nächtlichen verschneiten Straßen. Die beiden Frauen kommen sich näher und verbringen den Abend zusammen. Dann trennen sich ihre Wege, und Nico erfährt aus den Medien, dass Ellen Kirsch plötzlich verschwunden ist. Zufall oder nicht? Sie recherchiert, und bekommt heraus, dass die Begegnung doch nicht so zufällig war.

Eine sehr spannender aber auch berührender und einfühlsamer Roman findet Waltraud Wrobel.

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Yrsa Sigurdardottir – Schnee


Zwei Ehepaare und ein Führer machen sich auf zu einer Expedition durch den Schnee, zu einer einsamen Hütte in den Bergen. Später werden sie tot im Schnee gefunden, ohne Bekleidung, und keiner kann sich einen Reim darauf machen, was sie da eigentlich wollten. Zugleich gibt es eine alte Geschichte um zwei Brüder und eine verschollene Schwester, die damit zusammenhängt. Sehr spannend und mit einem ganz und gar überraschenden Ausgang findet Christine Riehle