Lesetipps

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David Schalko - Bad Regina


Bad Regina ist in unserem Roman ein kleines beschauliches Städtchen im Herzen der Alpen. In letzter Zeit geschehen hier allerdings mysteriöse Dinge, ein geheimnisvoller Chinese namens Chen kauft nach und nach die Häuser auf und vertreibt damit die Anwohner aus dem Ort. Nur ein paar Hartnäckige trotzen dem Geschehen, unter anderem auch unser Hauptprotagonist namens Othmar, ein von Gicht geplagter ehemaliger Betreiber des berühmtesten Partyclubs des Ortes.

Als Chen nun auch noch das Schloss des uralten örtlichen Adelsgeschlechtes erwerben will, beschliesst Othmar zur Tat zu schreiten, um das Unheil abzuwehren. So ist die Rahmenhandlung. Viel witziger sind in diesem Buch die schrägen Charaktere, um die es hier geht, allesamt wankende Ruinen einer untergehenden Vergangenheit. Sie sind eigentlich eher unsympathisch, doch mit der Zeit gewöhnen wir uns an sie.

Es gibt viel zu lachen in diesem Buch, ein wenig kriminelle Handlung gibt es auch, und das Ende ist so überraschend, damit hätte man auf gar keinen Fall gerechnet. Lassen Sie sich diesen großartigen Lesespaß nicht entgehen.

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Martin Mosebach - Krass


Bei dem Titel des Buches denkt man sofort an die Jugendsprache, aber es handelt sich bei der Hauptfigur des neuen Romans von Martin Mosebach tatsächlich um einen Mann namens Ralph Krass, der hier aber immer nur bei seinem Nachnamen Krass genannt wird. Er ist reich, keiner weiß genau wie er zu seinem Reichtum gekommen ist und behandelt die Menschen wie Marionetten, mit denen man spielen kann.

Er holt sie sich in seine Umgebung und schickt sie nach Belieben wieder weg. So auch Dr. Jüngel, den er zu seinem persönlichen Assistenten ernennt und die hübsche Lidewine, die eigentlich mit einem Zauberer liiert ist. Das erste Kapitel des Buches spielt in Neapel, Krass und seine „Entourage“ lassen es sich gut gehen, dinieren vornehm, besichtigen Sehenswürdigkeiten. Im zweiten Kapitel befinden wir uns in Frankreich und erleben dort Dr. Jüngel, der von Krass gekündigt wurde, von seiner Geliebten verlassen und sich nun in seinem Leid suhlt. In einem dritten Kapitel befördert uns der Autor nach Kairo, wo sich alle nach 20 Jahren wiedertreffen. Doch nun hat sich das Blatt gewendet.

Ein Roman, der einen in seinen Sog zieht, in einer einzigartigen Poesie geschrieben. Ich verspreche Ihnen, dass Sie dieses Buch nicht mehr weglegen werden, bis Sie es ganz bis zum Ende gelesen haben.

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Simon Urban – Wie alles begann und wer dabei umkam


Ein hochbegabter Jurastudent fängt plötzlich an zu zweifeln am deutschen Rechtssystem. Er ärgert sich über die Ungerechtigkeiten bei der Verurteilung von Straftätern und beschließt mit einer kleinen Gruppe von Kommilitonen eine neue europäische Rechtsordnung zu entwerfen. Nachdem er fast verzweifelt an der Unantastbarkeit der Gesetze, beschließt er, das Recht selbst in die Hand zu nehmen. Was da alles geschieht, ist so unglaublich und derart böse und witzig erzählt, daß einem wirklich die Luft wegbleibt. Diesen Lesespaß sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Callan Wink – Big Sky Country


August lebt auf einer Farm und ist mit seinem Leben ganz zufrieden. Seine Arbeit erfüllt ihn, Kühe melken, Heu machen, die Geräte im Schuppen reparieren. Doch dann beschließt seine Mutter, den Vater zu verlassen. Er muß mit ihr nach Montana ziehen, zuerst wehrt er sich dagegen, doch dann fängt er an, dieses weite, majestätische Land zu lieben.

Er wird erwachsen, findet die erste Liebe und weiß so langsam was er will. Ein Bildungsroman von atemberaubender Schönheit und Klarheit. Ein beeindruckendes Panorama von Amerika, das wir in diesem Buch dargestellt bekommen. Einfach großartig.

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Benedict Wells – Hard Land


„… und ich fühlte mich so, wie ich mich schon mein ganzes Leben lang fühlen wollte: übermütig und wach und mittendrin und unsterblich.“

Benedict Wells schreibt den Roman seines Lebens und der Leser begleitet den 15 jährigen Sam in einem Sommer, der alles verändert.

„In diesem Sommer verliebte ich mich und meine Mutter starb“ – so beginnt ein Buch, das alles hat: Emotionen, Musik, Liebe, Eifersucht, Familie, Autos, Trauer, Kinofilme…

Wie Sam in diesem Sommer erwachsen werden muss und  seine Kindheitshülle abstreift ist großes Kino. Mit einem ganz eigenen Ton gelingt es Wells diese besondere Zeit im Leben einzufangen ohne kitschig zu klingen.

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Natsu Miyashita - Der Klang der Wälder


Ein kleines feines und sehr ruhiges Buch über einen jungen Mann in Japan, der seine Heimat in den Wäldern verlässt, um Klavierstimmer zu werden. Als er in seiner Schule einem Mann beim Stimmen eines Klaviers gelauscht hat, hat ihn das an seine Heimat und das Rauschen der Wälder erinnert. Er strebt nach Perfektion, und entdeckt, dass jeder Pianist seinen eigenen Klang auf dem Klavier benötigt. Das gelingt ihm, obwohl er selbst nie Klavier gespielt hat. Man lernt viel über Klaviere und ihren Klang. Mich hat das sehr berührt, da ich in meiner Jugend selbst intensiv Klavier gespielt habe, mir aber nie großartige Gedanken über die Beschaffenheit meines Instruments gemacht habe.

Es passiert nicht viel in diesem Buch, und doch möchte man es nicht aus der Hand legen. Nicht umsonst hat es den renommierten japanischen Buchhändlerpreis erhalten.

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Romalyn Tilghman - Die Bücherfrauen


In diesem Roman geht es um 3 Frauen und die Carnegie Bibliotheken in Kansas. Angelina möchte endlich ihre Dissertation über die Gründung der Carnegie Bibliotheken fertigstellen, auch wenn das bedeutet, dass sie ihrer Mutter den Rücken kehren und nach Kansas fahren muss. Hier war ihre Grossmutter eine der Gründerinnen der Bibliothek, in der Angelina ihre Kindheit verbracht hat. Mittlerweise wurde sie zu einem Kulturzentrum umgebaut. Traci macht Kunst aus Müll und verlässt New York, weil sie Stress mit ihrem Vermieter hat, um in diesem Kulturzentrum als Kunstlehrerin zu arbeiten. Gayle hat alles verloren, ein Tornado hat im benachbarten Dorf alles weggefegt was ihr je gehört hat. Nun treffen diese 3 Frauen in dem Kulturzentrum der Bibliothek aufeinander und erleben so allerhand. Für mich ist diese Geschichte um 3 Frauen und ihre Liebe zu Büchern zur Zeit mein Favorit.

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Cho Nam-Joo - Kim Jiyoung, geboren 1982


„Am 8. September fiel Jiyoung zum ersten Mal durch sonderbares Verhalten auf.“
Kim Jiyoung, geboren 1982 von Cho Nam-Joo hat in Südkorea die meetoo Bewegung entfesselt und beschreibt frauenfeindliches Verhalten, das nicht nur in Südkorea zu erleben ist. Dort geht es allerdings besonders beklemmend zu.
Dieses Buch ist nicht unterhaltend, es ist auch nicht besonders gefühlvoll. Sehr sachlich wird das Leben einer intelligenten Frau beschrieben, von der Schule, in das Studium, in den Beruf und dann direkt in ihre deprimierende und ausweglose Situation der Hausfrau und Mutter.

War schon immer so, ist eben so…

Lesenswert, empörend, zum Glück ein Welterfolg

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Nina Weijers - Ich. Sie. Die Frau


Wie soll Frau leben?
Mit Mann oder Frau oder allein?
Das ruhige Glück genießen oder sich einer leidenschaftlichen amour fou hingeben?
Besser in einer WG oder als Familie mit Kindern in einem Reihenhaus?
Worüber und wie schreiben? Chronologisch oder nach Fragen strukturiert?
Hat man die Möglichkeit, sich zu entscheiden oder wird man überwältigt vom Leben?

Nina Weijers erzählt spritzig, nachdenklich. Eine turbulente Reise durch die Einladungen des Lebens.
Das perfekte Geschenk für eine Freundin.

 

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Patricia Highsmith - Ladies - Frühe Stories


„Merkwürdig war, dass er keinen Drang verspürte, sie zu suchen, sie ausfindig zu machen. Was konnte er ihr schon bieten außer seiner Geschichte von Schwäche, Einsamkeit und Versagen?“

Gegen das Highsmith-Fieber gibt es zum Glück ein bewährtes einfaches Mittel:
Highsmith lesen!

Ich kann manchmal nicht fassen, wie sie schreibt, wie es ihr gelingt, das Herz des Lesers zu brechen auf wenigen Seiten, mit so knappen Worten.
Wir begegnen Männern, Frauen, Kindern, Hausfrauen, Bankern, Reiche und Arme, Helden und Versager...

Was ist dein Lieblingsbuch von Patricia Highsmith?
Alles von ihr lesen...

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Heike Duken: Denn Familie sind wir trotzdem


Was für eine Geschichte! Gerd und Paul werden von ihren Eltern beim Onkel zurückgelassen. Albert Duken ist Kapitän und seine Frau Jane, die er in England kennengelernt hat begleitet ihn auf seinen Reisen rund um die Erde. Dass die beiden Jungen eine furchtbare Zeit erleben und mit Gewalt und Terror zu guten deutschen Soldaten erzogen werden, erfahren die Eltern erst viel später.

Heike Duken spannt einen großen Bogen bis zu Ina und Floh, die Paul noch einmal zeigen, wie wichtig Familie ist.

Ein Buch, das man nicht aus der Hand legt

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Bernhard Aichner – Dunkelkammer


Ein Bronski Krimi. So lautet der Untertitel und ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Bernhard Aichner. David Bronski ist Pressefotograf, ein Beruf, den der Autor früher selbst ausgeübt hat. David Bronski hat selbst Schreckliches erlebt. Seine Tochter wurde als Baby entführt, seine Frau beging Selbstmord, es wurde nie geklärt, ob die Tochter noch lebt. Da wird er von einem alten Kollegen zu einem ungewöhnlichen Fall gerufen. Eine mumifizierte Leiche einer Frau, die tot auf ihrem Sofa liegt, und das schon seit 20 Jahren. Auf der Toten liegt ein Photo von Bronskis Tochter. Fieberhaft beginnt er, nach seinem Kind zu suchen.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Stil, immer kurz und prägnant seine Sätze, und ihm gelingt es immer, die Spannung aufrecht zu erhalten, von der ersten bis zu letzten Seite.

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Juli Zeh – Über Menschen


Nach Unter Leuten kommt Über Menschen, so hat es Juli Zeh in einem Interview mit Dennis Scheck erzählt. Sie greift das Thema der Pandemie auf. Unsere Protagonistin Dora hat die Nase voll von ihrem gut situierten Dasein, erfolgreiche Werberin, gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund Robert, der sich im Corona Lockdown zu einem Kontrollfreak entwickelt hat. Sie kauft ein altes Gutshaus in der Provinz Brandenburg, in einem beschaulichen Örtchen namens Bracken. Dort trifft sie auf sehr schräge Gestalten, allen voran ihr Nachbar, der sich vorstellt mit der Bemerkung: „Ich bin hier der Dorfnazi“.

Zuerst sind alle misstrauisch gegenüber der Städterin, doch mit der Zeit entwickelt sich da ein gutes Verständnis füreinander und ein Menge Spaß. Sehr kritisch und doch humorvoll, das sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

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Andreas Götz - Die Nachtigall singt nicht mehr


Karl Wieners ist wieder da und gemeinsam mit Magda und Ludwig Gruber ermittelt der Journalist im München der 50er Jahre. Die Jahre des Aufbaus und Schwarzhandels sind vorbei, jetzt wird die Szene beherrscht von Spionen, Emigranten und Schleußern.

Und auch Blohm mischt wieder mit, der Widersacher aus dem ersten Fall. Wie wird sich Magda entscheiden, die in Saus und Braus an seiner Seite lebt, aber ihr Herz doch anders vergeben hat.

Ein besonderer Krimi mit dem Blick für die Schwachen.

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Judith Hermann – Daheim


Mit diesem Buch ist die Autorin für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Sie beschreibt darin sehr poetisch und ruhig das Leben einer Frau, die zurückblickt auf ihrLeben. Damals arbeitete sie in einer Zigarettenfabrik und hätte die Möglichkeit gehabt, als Assistentin eines Zauberers nach Asien zu reisen. Sie hat sich dann fürs Dableiben entschieden, geheiratet und ein Kind bekommen.

30 Jahre später ist ihre Tochter ausgezogen, um zu reisen, von ihrem Mann ist sie geschieden, und sie ist zu ihrem Bruder an die Küste gezogen, um in dessen Kneipe zu arbeiten. Hier schließt sie vorsichtig neue Freundschaften, verliebt sich noch einmal. Sie stellt sich die große Frage ob es ihr gelingt, hier endlich zur Ruhe zu kommen oder ob sie noch einmal weiterziehen soll. Ein sehr feinfühliger Roman über die großen Fragen des Lebens.

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Shida Bazyar – Drei Kameradinnen


Die Autorin wurde bekannt mit ihrem Buch „Nachts ist es leise in Teheran“, das auch bei der Aktion „Stuttgart liest ein Buch“ aufgenommen wurde. Sie beschäftigt sich mit den Problemen von Einwanderern in Deutschland, sie ist auch mit ihren Eltern aus dem Iran nach Deutschland emigriert. In diesem Buch geht es um die drei Freundinnen Hani, Kasih und Saya, die in Berlin in so einer Art „Ghetto“ aufwachsen. Obwohl sie schon in Deutschland geboren sind, begegnen ihnen immer wieder die üblichen Ressentiments, doch ihre Freundschaft gibt ihnen Halt, bis ein schreckliches Ereignis alles auf die Probe stellt.

Ein sehr eindringliches und einfühlsames Buch über das Thema Rassismus von einer sehr großartigen Autorin.

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Susann Pasztor – Die Geschichte von Kat und Easy


1973 ist das Jahr, in dem die Freundinnen Kat und Easy ihr Leben voll auskosten. Sex and Drugs and Rock´n´Roll sind angesagt. Partys und Jungs. Unglücklicherweise verlieben sich beiden in den gleichen Jungen aus dem Jugendzentrum, Fripp. Als dieser bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, wird ihre Freundschaft jäh zerstört, beide gehen getrennte Wege.

Fast ein halbes Jahrhundert später nehmen sie wieder Kontakt zueinander auf und treffen sich in einem alten Haus an der Südküste Kretas. Zwischen ausschweifenden Festen mit griechischen Nachbarn müssen sie sich aber auch irgendwann der Frage stellen: Was ist damals wirklich passiert zwischen Kat, Easy und Fripp?

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Leila Slimani – Das Land der Anderen


Mathilda, eine junge Frau aus dem Elsass, lernt Ende des 2. Weltkrieges den marokkanischen Offizier Amine Belhaj kennen. Sie heiraten und ziehen nach Marokko, wo sie am Fuße des Atlasgebirges einen Hof bewirtschaften, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Sie bekommen zwei Kinder und sind eigentlich glücklich, obwohl Mathilda mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hat. Abneigung gegen die dort ansässigen Franzosen, patriarchalische Traditionen der Ureinwohner und Unverständnis des eigenen Mannes. Doch sie fügt sich in ihr Schicksal und erlangt schließlich die gewünschte Anerkennung im „Land der Anderen“.

Die uns bekannte Autorin erzählt hier die Lebensgeschichte ihrer Großeltern in sehr bunten und anschaulichen Bildern.

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Manuela Golz – Sturmvögel


1907 wird auf einer kleinen Nordseeinsel das Mädchen Emmy geboren. Emmys Kindheit ist geprägt von Ebbe und Flut und von ihrer verbitterten Großmutter, die Schulbildung für Mädchen für überflüssig hält. Mit 14 wird Emmy von ihren Geschwistern getrennt und als Dienstmädchen nach Berlin geschickt. Dort lernt sie Hauke, einen Sohn aus reicher Familie kennen, der sie in das Nachtleben einführt, und von dem sie auch so einiges „Andere“ lernt. 3 Kinder gehen aus dieser Liaison hervor, die Emmy im Laufe des 2. Weltkrieges alleine großziehen muß.

Als Emmy schon im reifen Alter von 86 ist, entdecken ihre Kinder auf dem Dachboden geheime Unterlagen, die sie vermuten lassen, dass ihre Mutter doch nicht das naive Mädchen von der Küste war, für das sie alle gehalten haben. Ein sehr schönes Porträt über das bewegte 20. Jahrhundert, der optimale Schmöker für den nächsten Urlaub.

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Ulrike Edschmid – Levys Testament


Diese Autorin macht süchtig, mit ihrem leisen und klaren Stil erzählt Ulrike Edschmid eine Geschichte, die den Atem stocken lässt.

Im London der 70er Jahre verbringt ein Paar seine Tage im Gerichtsaal und verfolgt die Verhandlungen über die IRA und Anarchisten. Von seiner Familie weiß der Engländer, wie ihn die Ich Erzählerin nennt wenig. Lange getrennt gehen die Eltern ihrer Wege und es gibt keinen großen Zusammenhalt zwischen den Generationen. U so erschütternder ist das Geheimnis, das ans Licht kommt

Welche Entscheidung trifft sein Großvater 1924 im Old Bailey und welche Auswirkungen hat das bis heute?

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Ralf Langroth – Die Akte Adenauer


1953 steht die Bundestagswahl an und Adenauer kämpft um seine Wiederwahl. Unterstützt wird er dabei von den Amerikanern, die die Politik der Westbindung mit allen Mitteln verteidigen wollen. Der amerikanische Geheimdienst schickt Philipp Gerber als verdeckten Ermittler mitten ins Bonner Kommissariat des BKA. Schnell merkt der junge Deutsche, der den Krieg gemeinsam mit seiner Familie in den USA verbracht hat, dass es um viel mehr geht. Die Wölfe Deutschlands, eine rechtsgerichtete Organisation plant ein Attentat auf einen linken Politiker und Gerber entdeckt Verbindungen bis ins Kanzleramt…

Ein spannender, gut recherchierter Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur.

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Christine Drews – Freiflug


Die erste Linienflugkapitänin der Welt

Köln 1974 – Rita Maiburg hat ihren Traum zum Beruf gemacht. Unterstützt von ihren Eltern macht die junge Frau eine Ausbildung zur Pilotin in einer Zeit, die für Mädchen eigentlich eine ganz andere Biographie vorgesehen hatte. Und sie greift nach den Sternen mit einer Bewerbung als Pilotin bei der Lufthansa. Dort wird sie abgelehnt – weil sie eine Frau ist.

Gemeinsam mit der Anwältin Katharina Berner reicht sie Klage ein gegen diese Ungerechtigkeit und kämpft für Gleichberechtigung in einer von Männern dominierten Welt.

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Benjamin Myers - Offene See


England 1946. Die Sehnsucht nach dem Meer und die Enge seines Elternhauses veranlassen den jungen Robert dazu, sich zur Fuß zur Küste aufzumachen. Bevor er wie sein Vater und sein Großvater im Bergbau unter Tage arbeiten muss, möchte er nochmal die Tage in der Natur verbringen. Als er die unkonventionelle Dulcie kennenlernt, öffnet sich für ihn die Tür in ein ganz anderes Leben. Er lernt die Literatur zu lieben und merkt, daß es andere Werte gibt als Wohlanständigkeit und Pflichterfüllung.

Ein bewegend poetischer und empfindsamer Roman, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

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Alena Schröder – Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid


Was für ein sperriger Titel! Er erschließt sich auch erst nach einigen Kapiteln. Gemeint ist ein Bild aus dem Nachlass des Kunsthändlers Itzig Goldmanns, das seit 1945 nicht wieder aufgetaucht ist.

Hannah lebt in Berlin und weiß nichts von diesem Mann, der zu ihrer Familie gehört hat und der auf einmal im Leben der Großmutter Evelyn wieder auftaucht. Eine Anwaltskanzlei aus Israel meldet sich bei der alten Dame und bietet Unterstützung an bei der Suche nach den Bildern. Hannah fällt aus allen Wolken, war doch dieser Teil der Familiengeschichte nie Thema in den Gesprächen und sie beginnt ihre eigene Suche.

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Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo – Der Tintenfischer


Commissario Morello ermittelt zum zweiten Mal in Venedig

Dieses Mal befinden wir uns mitten in den Zeiten von Corona. Auch wenn sich jetzt kaum Touristen in der Stadt befinden, kann Morello diese Idylle trotzdem immer noch nicht richtig genießen, wurde er doch von Sizilien zwangsversetzt, um den Verfolgern der Mafia zu entgehen, mit denen er sich angelegt hat.

Zusammen mit seiner Kollegin Anna Klotze ist er in Venedig unterwegs, als sie einen Flüchtling, einen Nigerianer, in den Canale Grande springen sehen. Er kann gerettet werden, und nach und nach erfahren die beiden, warum es dazu kam. Morello kommt wieder der Mafia auf die Spur, die mit der Geschichte zu tun hat, und er muss zurück an diesen gefährlichen Ort Sizilien, zusammen mit seiner Kollegin. Prompt wird er verfolgt und entkommt nur knapp dem Tode. Sehr spannend.

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Karsten Dusse – Achtsam morden am Rande der Welt


Björn Diemel ist zurück

Die kleine Feier, die der Anwalt Diemel zu seinem 45. Geburtstag auf einer Hotelterrasse feiert, ist der Ausgangspunkt des dritten Buchs rund um den tiefenentspannten Clanchef wider Willen. Wenn der Chinese in Zimmer 489 nicht mit ungewöhnlichen Wünschen an eine der Damen seines Escort Service herangetreten wäre, wäre ja auch gar nichts passiert…

So aber findet sich Diemel auf dem Jakobsweg wieder und sucht seine innere und äußere Mitte. Dass ihm das nur teilweise gelingt und warum auch hier einige Menschen ihr Leben lassen müssen, ist nur ein Teil dieses großen Lesevergnügens.

Karsten Dusse findet mühelos Anschluss an die beiden ersten Teile dieser unterhaltsamen Krimireihe.