Lesetipps

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Marco Balzano - Ich bleibe hier


Jeder kennt den Anblick des Kirchturms, der oben auf dem Reschenpass aus dem See ragt. Aber wer kennt die Geschichte dahinter?

Marco Balzano erzählt uns die Geschichte des Dorfs, das durch den Staudammbau geflutet wurde und seiner Bewohner. Anhand von Trina erfahren wir viel über das idyllische Bergdorf in Südtirol, das hin und hergerissen wird zwischen Italien und Deutschland. Trina will Deutschlehrerin werden und als sich für sie und ihre Freundinnen dieser Wunsch erfüllt, wird Deutch verboten. Heimlich unterrichtet sie die Kinder und bringt sich in Gefahr. Und auch gegen den Energiekonzern, der Felder und Häuser überfluten will stemmt Trina sich mit aller Gewalt.

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Fabio Geda - Ein Sonntag mit Elena


Kurzurlaub in Italien

Ein Buch wie ein Kurzurlaub in Italien. Vielleicht, weil ein Mittagessen eine große Rolle spielt, das die Tochter kurzfristig abgesagt hatte. Dabei sehnt sich der ältere Herr so sehr nach Stimmen in seiner Wohnung, die nach dem Tod seiner Frau vor einem halben Jahr so still und traurig ist. Er lädt eine Frau mit ihrem Sohn zu sich nach Hause ein, ohne groß zu überlegen.
Seine Tochter, mit der er sich nie sehr gut verstanden hat, erzählt uns diese schöne Geschichte eines Nachmittags und gleichzeitig die Geschichte ihrer Familie, die Liebe ihrer Eltern.

Ein ruhiges, poetisches Buch

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Christian Meyer-Landrut - deserta


Ich rufe dich bei deinem Namen lautet der Untertitel dieser beeindruckenden Spurensuche.

Mit 17 wird Adi eingezogen und kommt an die Ostfront. Viel hat der Vater dem Sohn nicht erzählt von dieser Zeit und so ist es an ihm 75 Jahre nach Kriegsende dem Vater nachzuspüren. In Gesprächen mit den noch lebenden Geschwistern, aus Biographien und Zeitungsartikeln entsteht ein Bild, wie es gewesen sein kann –das Leben des Vaters.

Ergänzt mit Illustrationen entsteht ein erzählerischer Sog, dem man sich schwer entziehen kann.

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Charlotte McConaghy – Zugvögel


Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Tiere beginnen zu verschwinden beschließt sie, auf einem Fischerboot an der Küste Grönlands anzuheuern und dem Zug der Vögel zu folgen. Das ist  die vordergründige Geschichte.

Während dieser abenteuerlichen Schiffsreise durch die Ozeane merken wir schnell, dass Franny eigentlich vor ihrer traurigen Lebensgeschichte flüchtet, und auch der raubeinige Kapitän Malone und seine exzentrische Crew haben so einiges zu verbergen. Das Besondere an dem Buch sind die Lebensgeschichten der Protagonisten, die einen berühren und unter die Haut gehen. Dieses anrührende Buch hat es auf die Shortlist der Unabhängigen Buchhandlungen geschafft.

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Elke Heidenreich – Männer in Kamelhaarmänteln


Elke Heidenreich, die große Meisterin des Erzählens, beschäftigt sich in ihrem neuen Buch mit „Kleidern“, sozusagen nach dem Motto „Kleider machen Leute“. Sie erzählt von ihrem eigenen Leben und welche Kleidungsstücke darin eine Rolle gespielt haben oder welche sie mit einem besonderen Ereignis verbindet, aber auch von anderen Menschen und ihren lustigen Erlebnissen mit Kleidungsstücken.

Elke Heidenreich sagt: „Was man anzieht, ist sicher die schönste Nebensache der Welt, aber auch verrät es die Wahrheit über Mann und Frau.“ Lesen Sie selbst.

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Anne Weber – Annette, ein Heldinnen-Epos


Der Deutsche Buchpreis 2020 ging an Anne Weber für ein Buch, das in einer ungewöhnlichen Form daherkommt.

In der Tradition der großen Heldenepen schreibt Weber über das Leben von Anne Beaumanoir, die in Frankreich während der Besatzung durch die Deutschen auf Seiten der Resistance kämpft. Als junge Frau lehnt sie sich gegen die Besatzer auf und wird nach Kriegsende als Heldin verehrt.

Nach einer Ausbildung zur Ärztin beginnt sie ein bürgerliches Leben, das sie für den Kampf um ein freies Algerien aufgibt. Es sind dieselben Gerechtigkeitsgefühle, die sie treiben und doch wird sie dieses Mal als Terroristin verurteilt.

Ein großes Buch über eine große Dame

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Andrea Petkovic – Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht


Manche Menschen können einfach alles:

Andrea Petkovic war eine erfolgreiche Tennisspielerin unter den TOP 100 und moderiert heute die Sportreportage im ZDF. Und jetzt ist Petkovic auch noch Schriftstellerin von Erzählungen, die einem die Füße wegziehen.

Frisch und unverblümt schreibt sie über ihre Karriere und die vielen Menschen um sie herum und es entsteht eine ganz eigene Welt.

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David Schalko - Bad Regina


Bad Regina ist in unserem Roman ein kleines beschauliches Städtchen im Herzen der Alpen. In letzter Zeit geschehen hier allerdings mysteriöse Dinge, ein geheimnisvoller Chinese namens Chen kauft nach und nach die Häuser auf und vertreibt damit die Anwohner aus dem Ort. Nur ein paar Hartnäckige trotzen dem Geschehen, unter anderem auch unser Hauptprotagonist namens Othmar, ein von Gicht geplagter ehemaliger Betreiber des berühmtesten Partyclubs des Ortes.

Als Chen nun auch noch das Schloss des uralten örtlichen Adelsgeschlechtes erwerben will, beschliesst Othmar zur Tat zu schreiten, um das Unheil abzuwehren. So ist die Rahmenhandlung. Viel witziger sind in diesem Buch die schrägen Charaktere, um die es hier geht, allesamt wankende Ruinen einer untergehenden Vergangenheit. Sie sind eigentlich eher unsympathisch, doch mit der Zeit gewöhnen wir uns an sie.

Es gibt viel zu lachen in diesem Buch, ein wenig kriminelle Handlung gibt es auch, und das Ende ist so überraschend, damit hätte man auf gar keinen Fall gerechnet. Lassen Sie sich diesen großartigen Lesespaß nicht entgehen.

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Martin Mosebach - Krass


Bei dem Titel des Buches denkt man sofort an die Jugendsprache, aber es handelt sich bei der Hauptfigur des neuen Romans von Martin Mosebach tatsächlich um einen Mann namens Ralph Krass, der hier aber immer nur bei seinem Nachnamen Krass genannt wird. Er ist reich, keiner weiß genau wie er zu seinem Reichtum gekommen ist und behandelt die Menschen wie Marionetten, mit denen man spielen kann.

Er holt sie sich in seine Umgebung und schickt sie nach Belieben wieder weg. So auch Dr. Jüngel, den er zu seinem persönlichen Assistenten ernennt und die hübsche Lidewine, die eigentlich mit einem Zauberer liiert ist. Das erste Kapitel des Buches spielt in Neapel, Krass und seine „Entourage“ lassen es sich gut gehen, dinieren vornehm, besichtigen Sehenswürdigkeiten. Im zweiten Kapitel befinden wir uns in Frankreich und erleben dort Dr. Jüngel, der von Krass gekündigt wurde, von seiner Geliebten verlassen und sich nun in seinem Leid suhlt. In einem dritten Kapitel befördert uns der Autor nach Kairo, wo sich alle nach 20 Jahren wiedertreffen. Doch nun hat sich das Blatt gewendet.

Ein Roman, der einen in seinen Sog zieht, in einer einzigartigen Poesie geschrieben. Ich verspreche Ihnen, dass Sie dieses Buch nicht mehr weglegen werden, bis Sie es ganz bis zum Ende gelesen haben.

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Steven Price - Der letzte Prinz


Sizilien 1955: Giuseppe Tomasi ist der Letzte im Geschlecht der Lampedusa, eines mächtigen sizilianischen Adelsgeschlechts und kinderlos verheiratet mit der schönen und klugen lettischen Baronesse mit dem edlen Namen Alexandra von Wolff-Stomersee, Tochter der italienischen Opernsängerin Alice Barbi. Giuseppe hat den 1. Weltkrieg mit einigen äußeren und inneren Blessuren überstanden, hat englische Literatur studiert, spricht fließend mehrere Sprachen und hat alle Klassiker seiner Zeit gelesen. Er ist ein richtiger Aristokrat, dem aber der wahre Sinn in seinem Leben fehlt.

Als bei ihm ein Lungenemphysem diagnostiziert wird, beschließt er, einen Roman zu schreiben, sozusagen sein Lebenswerk. In kaum 3 Jahren schreibt er seinen einzigen Roman, den Weltbestseller der Leopard, der zum Longseller wurde, in über 20 Sprachen übersetzt und von Luchino Visconti verfilmt. Wir schauen hier diesem großartigen, kaum gekannten Mann beim Schreiben über die Schulter und lernen ihn dabei kennen und lieben. Ein wunderbar poetisches Buch.

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Charlotte Link - Ohne Schuld


Sergeant Kate Linville, die wir schon aus früheren Romanen von Charlotte Link kennen, sitzt im Zug nach York als sie von einer Mitreisenden panisch um Hilfe gebeten wird. Ein Fremder sei hinter ihr her. Da fallen bereits mehrere Schüsse, die Frauen entkommen in letzter Sekunde. Im nächsten Bahnhof ist der Täter verschwunden.

Kurz darauf wird ein Anschlag auf eine junge Frau in der Nähe von Scarborough verübt. Sie stürzt mit einem Fahrrad über einen Draht, der über den Weg gespannt wurde. Ein Schuss wird auf sie abgegeben, verfehlt sie jedoch. Er stammt aus derselben Waffe, aus der im Zug auch auf die andere Frau geschossen wurde. Die Frau mit dem Fahrrad wird so schwer verletzt, dass sie wahrscheinlich für immer gelähmt bleiben wird.

Kate stürzt sich in den Fall, in dem offensichtlich jemand Rache üben will. Kate, die neu bei der North Yorkshire Police ist, wird sofort in die Ermittlungen hereingezogen und gerät dabei selbst in Gefahr.

Sehr, sehr  spannend.

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Simon Urban – Wie alles begann und wer dabei umkam


Ein hochbegabter Jurastudent fängt plötzlich an zu zweifeln am deutschen Rechtssystem. Er ärgert sich über die Ungerechtigkeiten bei der Verurteilung von Straftätern und beschließt mit einer kleinen Gruppe von Kommilitonen eine neue europäische Rechtsordnung zu entwerfen. Nachdem er fast verzweifelt an der Unantastbarkeit der Gesetze, beschließt er, das Recht selbst in die Hand zu nehmen. Was da alles geschieht, ist so unglaublich und derart böse und witzig erzählt, daß einem wirklich die Luft wegbleibt. Diesen Lesespaß sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Anja Baumheier – Die Erfindung der Sprache


Adam ist ein außergewöhnlicher Junge. Er spricht erst spät und wenig, schwärmt für die Zahl Sieben. Beim Heranwachsen auf der ostfriesischen Insel Platteoog wird er liebevoll von seiner Familie umsorgt, allen voran von seiner tschechischen Großmutter Leska und seinem Vater Hubert. Sie leben in einem alten Leuchtturm, der Vater ist Leuchtturmwärter. Hier hat Adam seinen Rückzugsort weil er oft wegen seines Andersseins gehänselt wird.

Als sein Vater kurz nach seinem 13. Geburtstag plötzlich  spurlos verschwindet, bricht für Adam eine Welt zusammen. Seine Mutter verstummt unter der Last der Trauer. Eines Tages und viele Jahre später, Adam ist Dozent für Sprachwissenschaften, fällt ihm ein Buch mit dem Titel „Die Erfindung der Sprache“ in die Hände. Es enthält Hinweise auf seinen Vater, der offensichtlich aus noch einer anderen Familie spurlos verschwunden ist. Auf der Suche nach seinem Vater erlebt Adam eine abenteuerliche Reise, die ihn quer durch Deutschland nach Prag und in die Bretagne führt.

Ein großer Roman über Gemeinschaft und Familienzusammenhalt.

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Isabel Allende – Was wir Frauen wollen


Isabel Allende beleuchtet in diesem sehr persönlichen Buch, was es bedeutet eine Frau zu sein in dieser Welt. Sie selbst ist in einem Land aufgewachsen, in dem die Frau ihrem Mann zu dienen hat und Selbstverwirklichung nicht angesagt ist. Ihre Mutter wurde vom Vater früh verlassen, der zweite Mann, Ramon, war Diplomat, und die Familie ist ihm immer gefolgt.

In diesem leidenschaftlichen und provokanten Buch schaut die Autorin zurück auf ihr eigenes Leben und auf die Rolle der Frau in verschiedenen Ländern. Ein bewegender Appell von einer großen Feministin und gleichzeitig eine spannende Lebensgeschichte.

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Callan Wink – Big Sky Country


August lebt auf einer Farm und ist mit seinem Leben ganz zufrieden. Seine Arbeit erfüllt ihn, Kühe melken, Heu machen, die Geräte im Schuppen reparieren. Doch dann beschließt seine Mutter, den Vater zu verlassen. Er muß mit ihr nach Montana ziehen, zuerst wehrt er sich dagegen, doch dann fängt er an, dieses weite, majestätische Land zu lieben.

Er wird erwachsen, findet die erste Liebe und weiß so langsam was er will. Ein Bildungsroman von atemberaubender Schönheit und Klarheit. Ein beeindruckendes Panorama von Amerika, das wir in diesem Buch dargestellt bekommen. Einfach großartig.

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Benedict Wells – Hard Land


„… und ich fühlte mich so, wie ich mich schon mein ganzes Leben lang fühlen wollte: übermütig und wach und mittendrin und unsterblich.“

Benedict Wells schreibt den Roman seines Lebens und der Leser begleitet den 15 jährigen Sam in einem Sommer, der alles verändert.

„In diesem Sommer verliebte ich mich und meine Mutter starb“ – so beginnt ein Buch, das alles hat: Emotionen, Musik, Liebe, Eifersucht, Familie, Autos, Trauer, Kinofilme…

Wie Sam in diesem Sommer erwachsen werden muss und  seine Kindheitshülle abstreift ist großes Kino. Mit einem ganz eigenen Ton gelingt es Wells diese besondere Zeit im Leben einzufangen ohne kitschig zu klingen.

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Kerstin Sgonina – Als das Leben wieder schön wurde


Im Jahr 1954 sind die dunklen Jahre vorbei, die Wunden des Krieges noch lange nicht verheilt. Greta Bergström hat die letzten Jahre in Stockholm bei ihrer Großmutter verbracht, doch als diese stirbt, begibt sich Greta nach Hamburg. Dort verschwand ihre Mutter während des Krieges spurlos, und ihr Vater hat eine neue Familie gegründet. Hier wird sie nicht besonders herzlich aufgenommen.

Doch sie freundet sich mit 2 Frauen an, und die drei beschließen, einen Schönheitssalon zu eröffnen. Alle sehnen sich nach ein bißchen Glück, und jeder hat sein persönliches Schicksal zu tragen. Die drei Frauen halten zusammen, und wenn es auch anfangs schwer ist, wird bald ein florierendes Unternehmen daraus.

Ein schöner Unterhaltungsroman für sonnige Stunden auf dem Balkon.

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Merle Kröger – Die Experten


1960 holt sich der ägyptische Präsident Nasser deutsche Ingenieure, Raketenforscher und Flugzeugbauer in sein Land, weil er davon träumt, mit einer florierenden Rüstungsindustrie an der Spitze des afrikanischen Kontinents zu stehen. Die 16jährige Rita Hellberg ist die Tochter eines dieser Experten und erzählt uns sehr spannend von ihrem faszinierenden aber auch gefährlichen Leben mit ihrer Familie in Kairo. Jeder beobachtet jeden, Bomben explodieren, Menschen sterben. Ein sehr spannender Thriller mit sehr viel geschichtlichen Hintergrund. Ausgezeichnet recherchiert.